Unsere Geschichte

Manche Stücke begleiten einen ein Leben lang.

Für mich war es das Schachspiel meines Vaters. Wenn er es auf den Tisch stellte, veränderte sich der Raum. Wir räumten ab, ohne zu sprechen. Die Figuren fanden ihre Plätze, und es wurde still.

Ich war ein Kind, und ich erinnere mich an das Gewicht in meiner Hand — wie etwas so Glattes sich so sicher anfühlen konnte. Ich hatte keine Worte dafür. Ich wusste nur: Das hier ist kein Spielzeug.

Jahre später, als ich meiner Frau das Spiel beibrachte, erklärte ich nicht die Regeln, sondern das Ritual. Das Abräumen. Das Langsamerwerden. Ich beschrieb ein Gefühl — und verstand in diesem Moment, dass ich es weitergeben wollte.

Dieser Wunsch führte uns nach Mexiko. Nach Tecali de Herrera, einem kleinen Ort, wo der Staub in den Straßen weiß vom Steinmehl ist.

Das Schachspiel
Slot 2 — Foto oder Video: Die Ankunft in Tecali. Die Straße, der Ort, Staub und Stein. Oder die Werkstatt von außen

Wir kamen, um Señor Isaac zu treffen — den Mann, dessen Hände jedes unserer Stücke geformt hatten. Wir kamen als Fremde und wurden wie Familie empfangen. Es gab ein Essen — es gibt immer ein Essen — und ein Gespräch, das bis tief in den Abend reichte und keinen Boden zu haben schien.

Slot 3 — Video (stumm, ca. 10 Sek., Loop): Isaacs Hände am Stein. Nur Hände und Stein. Kein Gesicht, kein Ton

Er spricht mit den Steinen. Ich weiß es nicht anders zu sagen.

Er legt die Hand auf einen Block und scheint zu lauschen, als könnte dieser ihm sagen, wo er geöffnet werden will — wo in seinem Inneren das Licht wohnt. Und wenn er ihn bearbeitet, zwingt er ihm keine Form auf. Er befreit eine, die schon da war.

Dann führte er uns zu seinem Vater, Don Concepción — dem Mann, der ihn alles gelehrt hat.

Der alte Meister hat sein ganzes Leben dem Onyx gewidmet. Dem Onyx allein.

Slot 4a — Porträt: Señor Isaac. Oder seine Hände
Slot 4b — Porträt: Don Concepción. Oder seine Hände

Señor Isaac und sein Vater, Don Concepción. Tecali de Herrera, Puebla.

Er arbeitete den Stein so dünn, dass das Licht hindurchging.

Slot 5 — Das wichtigste Bild: Honig-Onyx von hinten durchleuchtet. Der Stein glüht

Als wir seine Hände sahen, und daneben die Hände seines Sohnes, verstanden wir endlich, was wir in unser Zuhause getragen hatten. Kein Objekt. Ein Stück von allem: dem Dorf, der Herkunft, der Liebe, dem langen Gespräch zwischen einem Menschen und der Erde.

Wir kamen und liebten die Arbeit. Wir gingen und hatten sie verstanden. Eine solche Liebe behält man nicht für sich.

Slot 6 — Foto: Ein fertiges Stück in einem echten Zuhause

Die Welt kennt den Marmor von Italien. Den Onyx von Mexiko kennt sie noch nicht.

Das wollen wir ändern.

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